4,2 Kilometer durch den Fuschlsee – nach dem London-Marathon im April meine zweite große sportliche Herausforderung dieses Jahres. Was Schwimmen mit schwierigen Lebensphasen gemeinsam hat und warum es wichtig ist, das Ziel nicht aus den Augen zu verlieren.
Ein sportlicher Fixpunkt im Kalender
Der letzte Samstag im August ist für mich jedes Jahr ein Fixpunkt in meinem Kalender: das Fuschlsee-Crossing.
Heuer stand meine sportliche Herausforderung unter einem besonderen Motto. Nach dem Zieleinlauf beim London-Marathon hieß es für mich, die Laufschuhe gegen Schwimmbrille und Neoprenanzug zu tauschen.
Manchmal tat die Abkühlung im Wasser nach einem anstrengenden Tag in der Kanzlei während dieses heißen Sommers besonders gut. Aber eines habe ich wieder festgestellt: Die Vorbereitung auf ein Open-Water-Rennen ist ganz schön zeitaufwendig. Ein langer Arbeitstag und danach noch mehrere Kilometer im See – das braucht manchmal schon Überwindung.
Und plötzlich war der Sommer vorbei.
Noch zehn Minuten bis zum Start
Ich stand hüfttief im Wasser, noch zehn Minuten bis zum Start. Neoprenanzug fluten, Schwimmbrille richten, Sportuhr einschalten. Noch schnell der Drohne zuwinken, die über dem Startfeld schwebt.
Dann heißt es: ruhig bleiben.
Ein paar tiefe Atemzüge. Konzentration auf das Wesentliche.
Nicht zu schnell wegschwimmen. Gleichmäßig atmen. Gerade auf das Ziel zuschwimmen.
Und vor allem: Das Ziel nicht aus den Augen verlieren.
Den eigenen Rhythmus finden
Nach dem Start komme ich schnell in meinen Rhythmus. Das Wetter ist perfekt und die Sicht gut. Vor mir liegt der Fuschlsee und irgendwo auf der anderen Seite das Ziel.
Ich habe viel Platz und kann den Zielbogen schon von weitem erkennen. Schön gerade schwimmen. Nicht hektisch werden. Das Rennen konzentriert und mit ruhigen, gleichmäßigen Zügen zu Ende bringen.
Das Ziel kommt näher. Ich höre schon den Kommentator und die Anfeuerungsrufe.
Nur noch ein paar Züge.
Und dann kommt der schwierigste Teil: Aufstehen über den Schotter, aus dem Wasser auf die Zielmatte – denn erst dort ist das Finish wirklich geschafft.
Geschafft: meine Sport-Challenge 2026
Ein paar Atemzüge später wird mir bewusst: Ich habe nicht nur das Fuschlsee-Crossing geschafft, sondern auch meine persönliche Sport-Challenge 2026.
42,2 Kilometer Laufen – der London-Marathon
4,2 Kilometer Schwimmen – das Fuschlsee-Crossing
Das Ziel im Blick behalten
Natürlich ist eine Scheidung kein Marathon und auch kein Schwimmwettkampf. Aber manchmal hilft ein sportliches Bild, um sich klarzumachen: Ein langer und anstrengender Weg lässt sich besser bewältigen, wenn man ruhig bleibt, sich auf den nächsten Schritt konzentriert und das Ziel nicht aus den Augen verliert.
Gerade am Beginn einer Trennung fühlen sich viele Menschen, als würden sie in unbekanntes Wasser springen. Es gibt Fragen, Unsicherheiten und manchmal auch das Gefühl, den Überblick verloren zu haben.
Dann geht es nicht darum, alles auf einmal zu schaffen.
Sondern Schritt für Schritt weiterzugehen. Den eigenen Rhythmus zu finden. Die Orientierung zu behalten. Und sich auf das Wesentliche zu konzentrieren.
Und manchmal ist es auch wichtig, nicht ständig auf die anderen Schwimmerinnen und Schwimmer zu schauen, sondern den eigenen Weg zu gehen (besser: zu schwimmen).
Mit Energie in die Herbstsaison
Ich starte jedenfalls nach einem sportlich intensiven Sommer mit viel Energie in die Herbstsaison. Die nächsten Gerichtstermine und Beratungsgespräche warten schon.
Und wer weiß – vielleicht hilft mir die Erfahrung aus dem Fuschlsee auch dabei, in einer schwierigen Verhandlung daran zu denken:
Ruhig bleiben. Den eigenen Rhythmus finden. Und das Ziel nicht aus den Augen verlieren.
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